Wir reisen musikalisch rund um die Welt


Quelle: Freie Presse

Der Stadtchor Thalheim hat am Samstag das Auftaktkonzert zum 30-jährigen Jubiläum des Ensembles bestritten. Es gab viel Applaus und Lob für die musikalische Vielfalt und Qualität.

Auf Russisch und Englisch, Polnisch und Koreanisch wurden die Besucher des festlichen Gemeinschaftskonzertes am Samstag in der evangelischen Kirche in Thalheim begrüßt. Aus gutem Grund: Zum Auftakt des Jubiläumsjahres anlässlich seines 30-jährigen Bestehens hat der Stadtchor Thalheim gemeinsam mit dem Kölner Kammermusikensemble The Chambers eine musikalische Reise rund um den Globus angetreten. Unter dem Motto „Singend und klingend über das Erdenrund“ haben Choristen und Instrumentalisten Musik von allen Kontinenten geboten.

Bereits zum zweiten Mal hat sich der Chor mit den international besetzen Chambers unter Leitung des russischen Violinisten Artiom Kononov zusammengetan. Die Musiker kommen aus Litauen und Frankreich, Moldawien und der Ukraine. Viele Titel werden von Kononov selbst für die Besetzung seines Ensembles arrangiert. Das sorgt trotz der Vielfalt des Repertoires für klangliche Geschlossenheit. Musik des italienischen Geigers und Komponisten Niccolò Paganini wurde ebenso geboten wie Melodien aus der Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauß. Mit „Here comes the sun“ stand gar ein von George Harrison geschriebener Beatles-Titel auf dem Programm.

Viele Sprachen waren beim Stadtchor Thalheim nicht nur bei der Begrüßung zu hören. Das etwa 40-köpfige Ensemble unter Leitung von Uta Loth hat seine Lieder unter anderem in Deutsch und Englisch, Russisch und Koreanisch gesungen. Sogar die in Südafrika beheimatete Bantusprache Zulu wurde geboten, wobei Moderatorin Katja Kircheis mit Augenzwinkern bekannte: „Ich bin froh, dass ich im Publikum nicht viele Besucher aus Asien oder Afrika gesehen habe.“ Angekommen ist der Mut auch bei ausgewiesenen Kennern der Chormusik. So lobte Horst Wehner, der Präsident des Sächsischen Chorverbandes, die musikalische Vielfalt und Qualität, die bei diesem Konzert geboten wurde. Nach über zweieinhalb Stunden, in denen die rund 270 Besucher immer wieder heftig applaudierten, wurde zum Abschluss von beiden Ensembles ein Lied in einer Sprache angestimmt, die es gar nicht gibt: Das mitreißende Adiemus vom walisischen Komponisten Karl Jenkins verbindet harmonischen Chorgesang und Orchester. Die dabei verwendete Sprache besteht aus erdachten Silben und Wörtern, sodass der Inhalt bedeutungslos wird und der reine Chorklang im Mittelpunkt steht.

Das Konzert war der gelungene Auftakt in ein Jubiläumsjahr welches noch weitere Höhepunkte bietet, wie Katja Kircheis ankündigte: Beim 1. Thalheimer Musiksommer wollen die Choristen in diesem Jahr vier Mondscheinserenaden an wechselnden Auftrittsorten bestreiten, wobei zu jeder Serenade andere musikalische Gäste zu erleben sind. Bei einem Abschlusskonzert im September will der Chor schließlich noch einmal musikalisch die ganze Welt bereisen.

Bild und Text über unseren Auftritt

von Cristina Zehrfeld – veröffentlicht in der Freie Presse am 09.03.2020